Stadtplan Leverkusen
28.01.2018 (Quelle: Internet Initiative)
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125 Jahre MGV Lützenkirchen


Bei der festlichen Stunde des Sängerkreises Rhein-Wupper/Leverkusen e.V. in der Aula des Monheimer Otto-Hahn-Gymnasiums ehre Bürgermeister Bernhard Marewski den MGV Lützenkirchen e.V. anläßlich seines 125 jährigen Jubiliäums.

Wir dokumentieren hier seine Rede anhand seines Manuskriptes:

"Sehr verehrte Frau Borchardt,
liebe Sängerinnen, liebe Sänger,

was wären wir ohne die Gabe, eine Stimme zu haben.

Wie könnten wir uns verständlich machen … miteinander reden … Meinungen kundtun … Meinungen austauschen … sich auf etwas "verständigen".

Wir können auch unsere Empfindungen und Gefühle artikulieren, … wenn wir nicht gelegentlich doch auch einmal "sprachlos" sind.

Mit der gesprochenen Sprache haben wir Menschen allen Lebewesen etwas voraus, weltweit, da fehlt es oft nur an der entsprechenden Übersetzung … aber das werden in Zukunft "Maschinen" erledigen, simultan.

Was aber allen Lebewesen gleich ist, ist "Laut" zu geben.

Das wissen wir und das können wir erleben … auch bei den Tieren, egal wo sie leben … im Wasser, auf dem Land, in der Luft …

Wie schön ist es, wenn z.B. frühmorgens die Vögel "Laut" geben, zwitschern, tirilieren und ganz offensichtlich fröhlich den Tagesanbruch verkünden und einen mitnehmen auf den Tag.
Gut, manche von uns mögen das verschlafen.


Mitbekommen haben es aber sicherlich die Bauern, die im Jahr 1893 sich im Dorfkrug von "Teischeidts Jriet" in (Lützenkirchen-) Sporrenberg trafen.

Unsere Bauern und Landwirte haben auch heute keinen geregelten 8-Stunden-Tag, … aber wie hart und zeitaufwendig war damals die Arbeit, in aller Herrgottsfrühe heraus und - wenn das Wetter es erforderte - bis spät in die Nacht.

Die Chronik der MGV Lützenkirchen berichtet, es seien "einfache Bauern und Weber" gewesen (auch die Arbeit der "Weber" war bekanntermaßen hart), die vor 125 Jahren den Ursprungschor "MGV Edelweiß" gründeten.

Dass man eine Alpenblume für den Namen wählte, mag ein Stück Sehnsucht ausgedrückt haben, nach der fernen Natur, von der man gehört hatte, … die man aber aus Gründen des fehlenden Geldes oder der fehlenden Zeit nicht bereisen konnte.

Nach einem harten Arbeitstag kamen die Männer zusammen, um … gemeinschaftlich zu singen.
Das war Ausgleich zur Arbeit … aber gleichzeitig ein wichtiges Erleben von Gemeinschaft, … und nach dem Singen gehörte der "Schoppen" sicher auch mit dazu, schließlich traf man sich ja im "Dorfkrug".

Dass man aber die Sache ernst nahm, zeigt, dass der "MGV Edelweiß" schon im Gründungsjahr eine "Konzertreise" ins "Ausland" unternahm, … nun ja, eigentlich nur in die in der Nähe liegende Gemeinde Blecher.
Aber das war damals schon ein Stück Weg.

Als Gründer wird genannt Johann Landwehr, der bis 1945 Chorleiter war und mit der Klarinette dirigierte.

Monatlicher Mitgliedsbeitrag … damals … 10 Pfennig.

Der "MGV Lützenkirchen" hat aber auch einen weiteren Ursprung: den "MGV Rheinland".

Auch dieser ging auf eine Gasthofgründung zurück, auf das Jahr 1926 in der Gastwirtschaft der Witwe Gottfried Heinrichs in Klief ((Straßenbezeichnung in der Nähe des Wiehmbach / Forellental))

Beide Chöre hatten nach 1935 mit politischen und später kriegsbedingten Schwierigkeiten zu kämpfen und das Vereinsleben nahm ab.
Man hatte andere Sorgen.

Aber: Beide Männergesangvereine erlebten nach dem 2.Weltkrieg neuen Aufschwung.

Im Januar des Jahres 1946, genau vor 72 Jahren, wurde beim "MGV Edelweiß" die erste Versammlung durchgeführt und im folgenden Weihnachten wurde im unzerstörten Saal Ohlig das 1. Weihnachtskonzert aufgeführt.
Die Besonderheit war: ... die Sänger mussten das Heizmaterial mitbringen.

Beide Vereine, der "MGV Edelweiß" und der "MGV Rheinland", schlossen sich 1959 zusammen und nannten sich danach "MGV-Lützenkirchen 1893 e.V.", bezogen auf das Gründungsjahr des älteren Chores.

Diese Fusion war sehr erfolgreich und man gab viele Konzerte … hier in der Nähe … aber auch in Berlin und
… in Berchtesgaden! Sie erinnern sich an das "Edelweiß"! … "MGV Edelweiß" (im Gründungsjahr)

Heute besteht der Chor aus einem Dutzend Sängern.
Überschaubar "groß" oder "klein", wie man's nimmt.

Auf jeden Fall ist den Männern, die dem Chor angehören, das "Singen" nicht vergangen …
und das tun sie weiterhin in Gemeinschaft, … sich selbst zur Freude … aber auch zur Freude von uns allen, wenn sie uns ihren Konzerten mitnehmen, … wenn Sie uns die Welt musikalisch erleben lassen … und in uns so manche Sehnsucht wecken.

Dieser Männerchor mit seiner 125-jährigen Tradition gehört ohne jeden Zweifel zur Kultur unserer Stadt Leverkusen und der Region … wie alle Chöre mit ihren Sängerinnen und Sängern, die hier zur Festlichen Stunde zusammengekommen sind.

Liebe Sänger vom MGV Lützenkirchen, eben hörten wir Ihren Liedbeitrag "Wenn die Sonne erwacht in den Bergen", wieder zeigt sich darin die "Sehnsucht" … und wieder denken wir an das "Edelweiß".

Herzlichen Glückwunsch zum 125-jährigen Bestehen Ihres Chores.

Ihnen - mit Ihrem Vorsitzenden Ralf Peters und Ihrer Dirigentin, Frau Kathrin Mantke - , sei für Ihr Wirken ganz herzlicher Dank gesagt!

Ihnen, Frau Mantke, sei ganz besonders gedankt.
Chöre - wie viele Vereine sonst - sorgen sich manches Mal um ihren Bestand.

Solange es aber Chorleiter oder Chorleiterinnen wie Sie gibt, Frau Mantke, die sich im entscheidenden Augenblick etwas Gescheites einfallen lassen und mit Herzblut frisch ans Werk gehen, braucht man sich um die Zukunft des Chorgesangs keine allzu große Sorge machen.

Abschließend meine Botschaft an die Herren des Männergesangvereins Lützenkirchen: Pflegen Sie diesen Schatz gut … und laden Sie Frau Mantke vielleicht einmal "in den Dorfkrug" ein."


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Letzte Änderung am 28.01.2018 19:10 von leverkusen.
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